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Charly    
Jando

by Jandosport
Charly erzählt...
 
 

Charlys Start

Charly Jando als Baby Als ich 1949 in München das Licht der Welt erblickte, sagte man „er schreit wie ein Zweitakt-Rennmotor“. Das mit dem Motor habe ich beibehalten :-) Meine Kindheit verlief sehr turbulent, was mich auch schon früh anregte zu träumen um der Realität zu entfliehen. Diesen Träumen schenkte ich später große Aufmerksamkeit. Aus den meisten Träumen wurde Realität, wofür ich heute dankbar bin.

Meine Jugend, ich war ein sogenannter „Straßenköter“, verlief für mich nicht leicht. Ich habe sehr früh gelernt auf mich selbst und teilweise sogar auf meine Mutter aufzupassen. Diese Erfahrung kam mir jedoch in meinem späteren Leben zugute.

Als mein sehr geliebter Urgroßvater noch lebte und seine Zeit liebend mit mir verbrachte und ich von ihm lernen durfte (er betrieb vor dem 2. Weltkrieg in Ungarn einen Pferdehandel… und mit den „Pferden - Stärken ;-) verbrachte ich auch den größten Teil meines Lebens) ging noch alles gut.

Eine Liebe zu meiner Mutter konnte ich nie aufbauen, da ich diese auch nie verspürte. Ich wurde auch sehr viel in der ganzen Verwandtschaft „herum gereicht„ und konnte bis auf meinen angeheirateten Onkel Hubert, den ich sehr schätze und viel verdanke und natürlich dem Ur Opi -kein sonstiges Vertrauen zu einem anderen „Teil unsere Verwandtschaft“ finden. Meine Mutter war 17 ! als ich zur Welt kam und blieb gefühlte 17… ihr ganzes „armseliges Leben“ voller eigener Unsicherheit, Ängstlichkeit, Hilflosigkeit…gepaart mit übertriebener oberflächlichen Höfflichkeit und dem Drang nach schönen Männer …um nicht alleine in ihrer ARMSELIGKEIT LEBEN ZU MÜSSEN ….ihren 3 Ehemännern und dem letzte völlig verblödeten Freund, war sie hörig, obwohl diese sie nur ausnutzten, betrogen, aufs Tiefste beleidigend verletzt, geschlagen und misshandelt haben…. Das schlimmste dazu… Ich musste dies bis zu meinem 17. Jahr alles mit durchleben, bis ich meinen letzten Stiefvater „dem Waidmann „ (der auch meinen geliebten Urgroßvater auf dem Gewissen hatte!) und der meiner Mutter, wieder mal als sie geschlagen wurde, zur Hilfe eilte und vom „Waidmann“ durch einen Faustschlag zu Boden stürzte, dadurch an den Folgen im Schwabinger Krankenhaus verstarb als ich 14 war. Ich höre noch jetzt seine letzten Worte: „Passt auf meinen Bub auf“….es passte weiterhin niemand, außer mir selbst, auf mich auf.

Dieser Totschlag wurde nach außen immer vertuscht….aber nicht vor mir….denn ich erlebte es live und mich konnten SIE deshalb nicht belügen….
Diese Ereignisse trug ich jahrelang voller Angst, Wut und Hass auf den „Waidmann“ in mir! Bis zu dem Tag, ich war gerade 17, als ich von meiner Lehrstelle nach Hause kam und ER mich im Alkoholrausch ….da ich 20 Minuten aus nachzuvollziehenden Grund zu spät kam, mit der Faust ins Gesicht schlug. Ich wischte mir übers Gesicht, sah das Blut in meiner Hand und es kamen zugleich die schrecklichen Bilder der Vergangenheit und hörte meine Worte als ich IHN mit ca. 11 Jahren mit Tränen und verzweifelnder Wut anschrie: „Das bekommst du, wenn ich groß bin, alles wieder zurück, wie du immer meinen Opa und die Mama geschlagen hast. JETZT WARS SOWEIT und ich sprang ihn an, zog in runter. Da lag ER vor mir am Boden, ich kniete vor IHM und schlug weinend immer wieder auf ihn ein, bis mich meine Mutter flehend anschrie: „Hör bitte auf Kale“. Doch ich schlug weiter bis sie mich wegzerren konnte….

NUN WAR ES SOWEIT UND ICH SCHLUG IHN ENDLICH ZUSAMMEN!
WEINTE UND SCHRIE DABEI MEINEN JAHRELANGEN SCHMERZ UND WUT HERRAUS!!!!

Daraufhin packte ich meine Sachen in den Seesack, verabschiedete mich von meiner Mama mit den Worten:

SO WIE DU WILL ICH NIE LEBEN !

Sie versuchte mich noch festzuhalten und ich entriss mich mit den Worten: „Da bringst du mich nie mehr rein….!“ Ich fuhr mit meinem Moped zu meiner Christa nach Schwabing, Schellingstr.66 und ab da begann eine gute Zeit!!!!

Anmerkung: Warum schreibe ich diese INTIMEN GEFÜHLE ? Weil es mir gut tut…auch wenn ich dabei traurig bin und weine….aber dies war der Anfang in ein geiles Leben….dafür ich dankbar bin –auch meiner Mutter, dass sie mich auf die Welt brachte….meinem Vater, den ich erst mit 19 „kennengelernt“ habe. Danke, dass er mich gezeugt hat. Ich habe ihn objektiv nie vermisst. Aber nach wiederholtem lügen, gab ich ihm eine Ohrfeige und schickte ihn weiter, bis er kurz vor seinem Krebstod mit 50 Jahren, in meinem Lokal die Versöhnung suchte und seinen letzten Geburtstag feierte…. Dabei lernte ich meine „Halbgeschwister“ Monika und Gerd kennen. Moni kam leider durch einen Unfall ums Leben. SIE FEHLT!

Und da ist nun GERD, den ich sehr liebe und wir sind „EINS!“
Auch dafür DANKE an unseren Vater. ….aber deswegen brauchen wir ihn nicht zu lieben!
Nochmal…ich will damit sagen, eine Geborgenheit mit Liebe, Zuverlässigkeit und Vertrauen sind die besten Voraussetzungen für jedes Kind um sein Leben als junger Mensch selbst in die Hand zu nehmen.

Fehlen diese genannten Voraussetzungen geht es auch…nur ein “bisschen“ schwerer ;-)

Um Menschen, die ähnliche schreckliche Erfahrungen machten vielleicht eine Hilfestellung oder Hoffnung zu geben, dafür schreibe ich dies auch.

„ES IST DER LAUF DER DINGE!“ sagen die Lakota Indianer
UND ICH AUCH ><<> >

DU KANNST DEIN LEBEN MITBESTIMMEN
BIS ZUM SCHLUSS – ALSO TU ES!!!!
DENN SELBSTERZIEHUNG IST MEINER MEINUNG NACH DANN EBEN DIE BESTE ERZIEHUNG!!!

EGAL WIE, WIR TRAGEN ALLES ZUM LEBEN IN UNS!!!
Ich kann es zum Teil nicht mehr hören, wenn es immer heißt: „Ja mei, ich hatte ja soooo eine schwere Kindheit oder….ja mei, ich bin aber doch ein Scheidungskind u.s.w.
Aber vielleicht sind diese Menschen nur zu bequem um was zu verändern!?

Mein eigenes Zitat dazu:
IN JEDEM NEGATIV – GIBT ES EIN POSITIV (ein Naturgesetz)

Man muss es nur suchen und erkennen und nicht gleich aufgeben, wenn ich es nicht sofort finde, sondern einfach den Betrachtungswinkel verändern –sowie ich einen Gegenstand von allen Seiten betrachten kann…. und dann finde ich es!
Denn Leben ist BEWEGUNG und ständige Veränderung - ABER MAN MUSS ES TUN !!!!

Charly 3.2.2018

Ich zog also mit 17 Jahren mit meinem Seesack und Moped zu „meiner“ ersten Freundin Christa, die im Nachhinein gesehen, die größte und ehrlichste Liebe meines Lebens ist und war und zugleich auch 1968 die Mutter meines 2008 verstorbenen Sohnes Charly jun. wurde. Christa wurde leider nur 29, als sie viel zu früh an einen Gehirntumor starb. Sie hat in uns eine riesige Lücke hinterlassen! Aber ich glaube auf meine SPIRITUELLE ART fest daran, meine geliebten Menschen in „UNSEREM EWIGEN TIPI“ eines Tages wieder zu treffen, wenn WAKAN TANKA es zulässt.

Also weiter mit Christa:
Christa Wir lernten uns in Erdings „Top Disco“ 1965 durch eine große Schlägerei (wir 10 Jungs…die Dorfburschen ums 2fache mehr!) kennen. Dabei ging es „nur“ darum, dass ein „Münchner Strieze„..noch dazu so ein 16 jähriges Bürscherl…es gewagt hat mit der um 4 Jahre älteren und begehrten „Dorflady“ Christa zu tanzen. Wir bekamen deshalb richtig eins auf den Scheitel! Mein Freund, da Beda, mit seiner Rockband spielten, während die „Fetzen“ flogen, einfach weiter und zwischen dem englischen Liedertext schrie da Beda in sein Mikrophon: „Charly, hauts sas nauf!“ Der Aufruf gelang uns erst 14 Tage später, als wir mit unserer „gesamten Mannschaft“ aus München/Neuhausen-Concordia Park- antraten. Da wurde das Verhältnis und ALLES wieder „richtig gestellt“ ;-) und dabei auch die komplette Ranch Bar Inneneinrichtung zerlegt. Die gerufene Polizei wartete vor der Bar bis alles vorbei war, denn sie hatten auch nur das eine Einsatzauto zur Verfügung ;-)

Ja mei, so war des mit de Neuhausna Buam…aber ohne linke Sachen oder Waffen! A scheene Zeit wars hoit !

So „ eroberte“ ich meine größte Liebe!

Aber da Schmidt Beda bekam niemals mehr ein Auftrittsangebot in der Ranch Bar ;-))

Daraufhin zog der Erdinger „ Dorfhase“ nach München.
Christa bekam auch gleich die schon genannte Schwabinger Wohnung in einer Studenten-WG. Anteilig.
Ihr großes Altbauzimmer mit Mitbenutzung der allgemeinen Räumlichkeiten.
Es war echt eine STEILE Zeit. Die waren alle super drauf und wir hatten viel Gaudi zusammen. Auch als mich diese „Intellektuellen„ auf die Leopoldstrasse zur „68 Bewegung„ mitnehmen wollten. Nachdem sie uns beide „aufgeklärt“ hatten, waren wir dabei. Sehr starke Zeit und wieder viel gelernt und genau so ging’s weiter….Danke du Leben!!!!

Da ich meine Träume umsetzen wollte, war das Erste für mich ein DKW 1000 S, den ich mir als Nebenerwerb an einer Tankstelle verdient habe. Dazu benötigte ich allerdings noch den Führerschein. Nachdem ich nächtelang mit einem Arbeitskollegen durch München fuhr und ungefähr ca. 200 mal :-) den Friedensengel rauf und runter „ gefeilt“ bin und dabei ein sehr gutes Gefühl hatte, stand für uns beide fest:
„Wir werden Rennfahrer!“

Ich hab dies so schnell wie möglich durchgezogen. Aber er entwickelte sich nicht zu einem Rennfahrer, sondern leider zum größten Super A..loch dem ich jemals begegnet bin.